Verein Sächsischer Eisenbahnfreunde e.V. - Eisenbahnmuseum Schwarzenberg
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Nach dem 2. Weltkrieg

Vom zweiten Weltkrieg blieben die Bahnanlagen im Westerzgebirge weitgehend verschont, da keine Kampfhandlungen in der Region stattfanden. Durch die Grenze zu neu gegründeten Tschechoslowakischen Republik entfiel der Verkehr von Johanngeorgenstadt nach Karlsbad. Die Strecke blieb jedoch erhalten und betriebsbereit.

Ab Herbst 1945 begann die sowjetische Besatzungsmacht mit der Erkundung von Erzlagerstätten für die Gewinnung von Uranerz, das zur Herstellung einer Atombombe benötigt wurde. 1946 wurde die Förderung im Gebiet Johanngeorgenstadt aufgenommen, später im Raum Schlema/Schneeberg. Zur Gewinnung wurde 1947 die sowjetische Staatliche Aktiengesellschaft der Buntmetallindustrie ‚Wismut gegründet.

Für den zu erwartenden Anstieg des Bahnverkehrs mussten die Eisenbahnstrecken im Schwarzwasser- und Muldental ertüchtigt werden. Zunächst wurde das 1945/46 zwischen Wilkau-Haßlau und Aue demontierte zweite Streckengleis wiedererrichtet und 1949 in Betrieb genommen. Eine 1949 geplante Elektrifizierung der Strecke zwischen Zwickau und Johanngeorgenstadt scheiterte an fehlendem Material, da alle Anlagen und Lokomotiven 1946 als Reparationslieferung in die Sowjetunion verbracht worden waren. Zur Erhöhung der Streckenkapazität wurde der Abschnitt zwischen Aue und Johanngeorgenstadt zwischen 1949 und 1951 zweigleisig ausgebaut und dabei teilweise neu trassiert. Unter dem Brückenberg entstand ein neuer Tunnel, der Schlossbergtunnel wurde aufgelassen.

1952 fuhr Lok 84 002 mit ihrem Güterzug nach Johanngeorgenstadt in den neu errichteten Brückenberg-Tunnel ein. (Foto: Schmiedel)

Der Bahnhof Schwarzenberg erhielt zahlreiche Erweiterungen, für deren Bau eine Feldbahn zum Einsatz kam. Das Heizhaus in Schwarzenberg war zum 1. März 1949 in ein eigenständiges Bahnbetriebswerk umgewandelt worden. Zur Versorgung wurde eine neue Bekohlungsanlage errichtet. Bis zu 40 Lokomotiven der Baureihen 58, 84 und 86 waren Anfang der 1950er Jahre hier stationiert. Sie beförderten die Schichtzüge mit Bergarbeitern zwischen den Quartieren und den Schächten sowie Züge mit Uranerz zu den Aufbereitungsstätten.

Im Rahmen des zweigleisigen Streckenausbaues erfolgten 1951 umfangreiche Erweiterungen der Gleisanlagen von Bahnhof und Bahnbetriebswerk. (Foto: Janik, Slg. VSE)

Mitte der 1950er Jahre war die Lagerstätte in Johanngeorgenstadt erschöpft, die Bergbaukapazitäten wurden zurückgefahren. 1953 waren im Bahnbetriebswerk Schwarzenberg nur noch 238 Personen beschäftigt bei einem Bestand von ca. 20 Lokomotiven. Durch den weiteren Rückgang der Zugförderleistungen für die Wismut-Verkehre wurde das Bahnbetriebswerk Schwarzenberg am 31. Dezember 1955 aufgelöst und als Einsatzstelle dem Bahnbetriebswerk Aue angegliedert. Mit der Einstellung des Uranerzbergbaus im Revier Johanngeorgenstadt entfielen ab 1956 diese Verkehre ganz. Der Einsatzstelle verblieb die Bedienung der von Schwarzenberg ausgehenden Strecken.

 

 

 

aus der Geschichte

Geschichte des Schwarzenberger Heizhauses

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das Westerzgebirge durch Eisenbahnen erschlossen.

Am 11. Mai 1858 wurde die Eisenbahnstrecke von Schwarzenberg nach Zwickau eröffnet. Es folgte die Eröffnung der Eisenbahnstrecke von Johanngeorgenstadt nach Schwarzenberg am 20. September 1883. Zur Abstellung der Lokomotiven über Nach wurde auf dem Bahnhof Schwarzenberg ein zweiständiges Heizhaus eröffnet. Mit der Eröffnung der Eisenbahnstrecke von Buchholz (heute Annaberg-Buchholz Süd) nach Schwarzenberg am 1. Dezember 1890 musste das Heizhaus wegen des angewachsenen Verkehrs auf vier Stände erweitert werden.

Einen deutlichen Verkehrszuwachs brachte die Eröffnung der den Erzgebirgskamm überschreitenden Eisenbahnstrecke von Karlsbad nach Johanngeorgenstadt am 15. Mai 1899. Der Bahnhof Schwarzenberg wurde hierzu ausgebaut und am westlichen Ende ein zehnständiges Heizhaus mit Drehscheibe und Wasserversorgungsanlagen eingerichtet.

Erste bekannte Ansicht des Schwarzenberger Heizhauses

 

 

Vorwiegend sächsischen Lokomotiven waren hier beheimatet, mit Gründung der Reichseisenbahnen 1920 und später der Deutschen Reichsbahn kamen auch preußische Lokomotiven der Baureihe 57.10 (pr. G10) im Westerzgebirge zum Einsatz. 1932 wurden vier fabrikneue Lokomotiven der Baureihe 86 fabrikneu an die Einsatzstelle Schwarzenberg des Bahnbetriebswerkes Aue abgeliefert.

 

 

Im Zuge der „Volksabstimmung über das Staatsoberhaupt“ wurde im August 1934 die 1932 nach Schwarzenberg neu angelieferte 86 052 mit einer Parole versehen.

Die Besetzung der sudetendeutschen Gebiete im September 1938 brachte einen weiteren Verkehrszuwachs. Lokomotiven liefen nun über Johanngeorgenstadt bis nach Karlsbad durch.

(Bild und Text bereitgestellt von Falk Thomas)

Auch einen Besuch wert

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Informationen zum Sonderverkehr auf der Eisenbahnstrecke Schwarzenberg - Annaberg-Buchholz
» www.erzgebirgische-aussichtsbahn.de

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Die Dampfbahn-Route Sachsen ist das "Kursbuch" durch das Dampfbahn-Land Sachsen, von Leipzig nach Zittau, vom Fichtelberg zum Lößnitzgrund oder von Schloss Wermsdorf zur Festung Königstein.
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